Arbeitskreis Sorben/Wenden

Veröffentlicht am 15.03.2017 in Pressemitteilung
 

Information


über die Gründung eines SPD-Arbeitskreises „Sorben/Wenden“:


Auf Initiative sorbischer Genossinnen und Genossen und auf Einladung
der drei sächsischen SPD-OVs aus der Lausitz (Bautzen, Kamenz,
Hoyerswerda) und des SPD-Kreisverbandes Bautzen wurde am 14. 3.
2017, 19. 00 Uhr in Kamenz, Restaurant La Piazza, Zwingerstraße 4, der
o. g. AK gegründet. Zur Gründungsversammlung waren „Mitglieder und
Freunde der SPD“ auch öffentlich eingeladen, u.a. in der Zeitung
„Serbske Nowiny“ am 13. 3. 2017.
An der Gründung nahmen teil:
Günter Kern (OV Kamenz), Benjamin Wirth, Martin Schneider, Marko
Kuring, Benedikt Dyrlich (sorbische Genossen aus dem OV Bautzen),
Dawid Statnik (Domowina), Uta und Stefan Strewe (OV Bischofswerda),
Kevin Stanulla (KV Bautzen) und Harald Baumann-Hasske (MdL).
Mehrere Interessenten haben sich für die Einladung bedankt, konnten
aber aus unterschiedlichen Gründen an der Gründung nicht teilnehmen
(z.B. Andreas Herrmann / Herrnhut, Gabrielle und Ernst Wirth /
Bischofswerda, Tomasz Nawka und Günther Hack / Bautzen und
Christine Ruby / Radebeul).
Nach Begrüßung durch den Gastgeber G. Kern und Mitinitiator M.
Schneider begründete B. Dyrlich das Anliegen des AKs:
Mit dem AK sollen Defizite überwunden und eine stärkere Teilhabe von
Sorben in der SPD bzw. im politischen Leben der Lausitz sowie in
Sachsen und Brandenburg und im Bund ermöglicht werden, u.a.
dadurch, dass auch wieder mal eine Sorbin/ein Sorbe auf einem
aussichtsreichen Listenplatz für die Landtage in Sachsen und
Brandenburg oder für den Bundestag oder für das EU-Parlament
kandidiert.


Hauptsächlich geht es aber um eine basisdemokratische Willens- und
Meinungsbildung, um Kommunikation, Diskussion und Abstimmung mit
und für Sorben auf allen Ebenen unserer Partei, auch länderübergreifend
zwischen Sachsen und Brandenburg, wenn es um Initiativen und
Beschlüsse geht, welche Anliegen des Volkes der Sorben bzw. der
deutsch-sorbischen Lausitz berühren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
es unter Sorben unterschiedliche „Akteure“ (Vereine, kommunale
Mandatsträger, einzelne Persönlichkeiten) mit unterschiedlichen
Interessen und Meinungen gibt und es – unter den derzeitigen
Rahmenbedingungen – kaum möglich ist, die Position aller Sorben zu
einem bestimmten Thema einzuholen.
Die Erfahrung (seit 1989) zeigt jedoch, dass etliche SPD-Abgeordneten
im Deutschen Bundestag, in den Landtagen und Kreistagen von
Sachsen und Brandenburg generell und jederzeit für die sorbischen
Anliegen offen waren, sobald diese an die Volksvertreter der SPD
herangetragen worden sind.
Die Teilnehmer der Gründungsveranstaltung begrüßten durchweg das
Grundanliegen und die Notwendigkeit des AK und ergänzten Themen,
die sowohl mit sorbischen und nichtsorbischen bzw. SPD-Fachleuten
bearbeitet und gebündelt werden sollten, um sie in den Prozess der
politischen Meinungsbildung auf den jeweils relevanten Ebenen der SPD
einzubringen.
In dem Meinungsaustausch auf der Gründungsversammlung wurde die
Auseinandersetzung mit diesen Themen bzw. Problemen angeregt:
Defizite im sorbischen Bildungs- und Ausbildungsbereich (Lehrermangel,
Sorabistik-Ausbildung), fehlende sorbische Präsens im Medienbereich
(MDR-Rundfunkrat), lückenhafte oder keine Vermittlung von Kenntnissen
über die Geschichte und Kultur der Sorben an Schulen und
Hochschuleinrichtungen in Sachsen und Brandenburg, mangelnde
Einbeziehung sorbischer Literatur, Kunst und Kultur in die
deutschlandweite und auswärtige Kulturpolitik (Goethe-Institute, vor
allem im slawischen Ausland), mangelnder Schutz sorbischer Sprachund
Kulturräume vor Devastierung sowie das Problem einer eindeutig
und juristisch klaren Regelung der politischen Vertretung des Volkes der
Sorben.


Einig war man sich, dass der AK offen für alle Menschen in der Lausitz
tätig sein wird und ein freimütiges und respektvolles bzw.
freundschaftliches Verhältnis zwischen Sorben und der
Mehrheitsbevölkerung fördern will.


Es wurde angeregt, im bevorstehenden Wahlkampf für den Bundestag
mit Kandidaten der SPD und weiteren Partnern ein oder zwei
Veranstaltungen zu unterstützen, in denen auch sorbische Anliegen zur
öffentlichen Sprache kommen. Der Vorschlag, dass Martin Schulz im
Wahlkampf auch die Lausitz besuchen und mit Vertretern und Akteuren
der Sorben ins Gespräch kommen sollte, wurde einstimmig begrüßt.
Dieser Vorschlag wird auch an die Bundespartei weitergeleitet.
David Statnik, Vorsitzender der Domowina, bat zuletzt die Teilnehmer
der Versammlung um eine Unterschrift für den Protest einer sorbischen
Elterninitiative in Brandenburg gegen Kürzungen beim Sorbisch-
Unterricht. Die Teilnehmer unterstützen den Protest, gerichtet an den
Bildungsminister des Landes Brandenburg.
Über die Organisationsstruktur des AKs wurde noch nicht entschieden.

Die kommende öffentliche Zusammenkunft des AK ist für den 27. 4.
2017, 19. 00 Uhr, geplant, in 01920 Crostwitz, „Erbgericht“, Hornigstr.
27.


Auf der Tagesordnung stehen dann „sorbische Bildungsfragen“, vor
allem das Problem fehlender Sorbisch-Lehrer. Dazu wird Ludmila
Budarjowa, Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins e. V., einen
Bericht über die Problemlage im sorbischen Schulbereich geben. (Sie
hat am 15. 3. 2017 bereits genauso ihre Teilnahme an der
Gesprächsrunde zugesagt wie Sabine Friedel, bildungspolitische
Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.)

 

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